Montag, 30. April 2007

Erstkommunion Tim (15 + 16. April 2007)

Erstkommunion und Feiern zu Hause: Das kann schon mal in eine grössere Aktion ausarten.















Bei uns hielt sich der Aufwand im Vergleich zu anderen in Grenzen: Wir mussten keinen Kamin im Wohnzimmer entfernen, um die Verwandschaft unterbringen zu können.

Die letzten Tage vor dem Fest wurde zwar auch geräumt, aber die Maßnahmen setzten keine größere baulichen Massnahmen voraus.


Das Wohnzimmer wurde ausgeräumt, regiontypisch wurden einige Verschönerungsarbeiten draussen durchgeführt.


Ich glaube, in der Eifel gehört das Aufräumen des Kellers und die Beseitigung von kleineren baulichen Mängeln einfach zur Feier dazu, obwohl ich in der Bibel keine Gebote gefunden haben, die das aus religiöser Sicht vorschreiben.





Das Essen war auch gesichert: Tim hatte sich nur von Mama die selbstgemachte Lauchsuppe gewünscht, der Rest des warmen Essens war dem Partydienst überlassen.














Nachdem man am Vortag die Küchenfeen eingewiesen hatte, konnte sich wieder den wesentlichen Themen gewidmet werden. Brav wartete man ab, dass die Leute Ihre Karten, guten Wünsche und sonstiges abgeben konnten

Brück-typisch blieben dann doch noch einige vor dem Haus hängen.

Aufgrund unserer Entspanntheit wurden am Samstag 2 Thesen aufgestellt:
1) Das ist nicht eure erste Kommunion
2) Ihr feiert doch auswärts

Leider mussten wir beide Thesen widerlegen, aber wie sagte Petra treffend: Bei jedem Geburtstag haben wir mehr Leute und die eingeladenen Gäste sind ähnlich zu unseren sonstigen Festen.


Da das Wetter spitze war, hatte Petra am Samstagmorgen kurzfristig entschieden: Am Sonntagabend wird gegrillt. Ich hatte abends noch mal rund telefoniert und betont, dass ab 14:00 Uhr der gemütliche Teil des Tages beginnen würde und dementsprechend Kleidung zum Wechseln dabei sein sollte.

Da wir die frühere Messe (09:00 Uhr) hatten, standen wir frühzeitig auf, um morgens keine Hektik zu entfalten.

Ich sollte den Dank für die Eltern der Kommunionkinder sprechen und hatte doch länger als geplant an dem Text gefeilt. Als guter Demokrat stellte ich natürlich keinen Vorentwurf zur Verfügung, da ich das als Zensur aufgefasst hätte. Vor der Messe wurde ich doch durch etliche Eltern darauf hingewiesen, dass ich die Chance hätte, endlich mal das zu sagen, was man schon seit 30 Jahren anbringen wollte und ich sollte vor allem in meiner Rede die Hexenverbrennungen, die Kleiderordnung und der Pomp der Staatskirche mal deutlich ansprechen......

Andere kämpften mit wesentlich profaneren Themen. Monika fragte Wilfried, ob er kein Gebetbuch wollte. Die negative Antwortung spiegelte aber nicht die Einstellung zur Kirche, sondern wesentlich andere Gründe wieder: Wir sind in dem Alter, in dem man die Brille zum Lesen braucht....

Unsere Kommunionkinder hatten toll geübt, so dass alles fehlerfrei klappte. Die Musikgruppe spielte irgendwann den Titanic-Song, der doch einige kurz an den Grenzbereich der Rührung brachte. Diese emotionalen Momente wirkten jedoch nicht allzulange an, da die Blaskapelle 2 Lieder anstimmte, leider gleichzeitig. Aber ein in unzähligen Zeltkirmessen erprobter Musikant bricht nicht einfach ab, so dass das Nebeneinander der Melodien mindestens 1 Minute andauerte, bis sich eine Fraktion durchsetzen konnte und sich die anderen musikalisch langsam eingereiht hatten. Meine Rede war auch noch gemässigt, so dass die Messe in angenehmen Tönen ausklang.






Danach standen für unsere 21 Gäste erst mal ein 2. Frühstück an, da einige doch schon länger unterwegs waren.












Und hier wurden einige auf den harten Boden der Realität zurückgeholt: Mein Cousin Wilfried war nach den Großeltern Agnes und Peter der Älteste. Eddie legte Wert darauf, von den Ältesten der Jüngste zu sein. Aber auch der Themenkomplex "Überalterung der deutschen Gesellschaft" konnte damit als abgehakt bezeichnet werden.

Nach dem Mittagessen wurde das offizielle Signal zur Erleichterung der Kleiderordnung gegeben. Ich habe bis heute nicht verstanden, warum enge oder ungewohnte Anzüge gut für den Glauben sein sollen.

Die Meisten hatten die Alternativklamotten dabei, leider scheiterte bei einigen die leichtere Bekleidung am Familienveto!

Die traditionelle Wanderung nach dem Mittag war etwas anstrengender....

Nach dem klassischen Kaffee und Kuchen genossen alle das tolle Wetter.

Man zierte sich abends beim Grillen , noch Nahrung aufzunehmen, als aber der Grill in Gang war, griffen alle -wahrscheinlich aus reinem Anstand- nochmal kräftig zu. Nicht allzu spät klang dieser tolle Tag aus.

Am Montag war Messe und zum nachmittäglichen Kaffee war die Nachbarschaft eingeladen.
Auch hier war die Stimmung spitze. Die eine oder andere Anekdote liess nur einen Schluss zu:
In der Eifel erlangt man mit dem Alter nicht unbedingt Reife: Ich möchte nur die Spinnenbekämpfung mit einem Luftgewehr erwähnen.


Nachdem die letzte Gäste das Haus verlassen hatte, war die Abschlussaktion:
Tischrücken, um die Kapazität für die nächste Erstkommunion zu ermitteln.

Nachdem man reales Sokoban gespielt hatte, stand fest: Auch die nächste Erstkommunion mit mehr Gästen kann zu Hause stattfinden!
weitere Bilder zur Kinderkommunion: http://picasaweb.google.com/Ohsedraenk/Kinderkommunion

Freitag, 6. April 2007

Die Karfreitagtour oder Fahradtour mit Hindernissen






Wie jedes Jahr starten wir im Freundeskreis eine Karfreitagtour. Ob Hüttenzauber, Wanderungen oder Fahradtour, der Tag steht voll im Zeichen der Familie(n).

Diesmal hatten wir folgende Möglichkeiten:
1) Der Klassiker: Wensburgtour
2) Wandern zum Krausberg oder
3) Fahradtour nach Ahrweiler

Die Gruppe entscheid sich für die Fahrradtour.

Um 11:00 Uhr ging es los. Die Kinder waren leider aus Geschwindigkeitssicht nicht der begrenzende Faktor, normalerweise schwankt beim Familienausflug die Tachonadel zwischen 20 und 30 km/h, hier waren 20 km/h das Maximum. Nachdem uns am 2. Halt zum wiederholten Mal eine fusskranke Rentnertruppe überholte, wurden erst mal einige Räder optimiert, damit wir Ahrweiler noch im Hellen sehen konnten.

Die Kinder wurden ermahnt, nicht allzu schnell und zu wild zu fahren, und so ging es ganz gut bis Mayschoss. Mein Fahradanhänger, der für die Kleineren gedacht war, hatte zwar
vor Laach zu einigen Staus geführt, aber danach sollte der einfachere Teil kommen, -dachten wir.

Hinter dem Saffenbergtunnel kam es jedoch zu einer folgenschweren Karambolage zwischen Steffi und Claudia, weil beide mit einem (und zwar demselben) MP3-Player Musik hörten. Als danach Steffi auch noch Kreislaufprobleme hatte, wurde der Halt doch etwas länger. Gerade als wir aufbrechen wollte, explodierte Claudias Hinterreifen in der Sonne mit einem lauten Knall. Der Reifen wurde fürmlich von der Felge gesprengt. Hier half ein wenig Flickzeug nicht unbedingt weiter.

Claudia wollte schon mit dem Zug zurück fahren, als Jannis die Idee hatte: Claudia bekommt Steffis`s Fahrrad und Steffi kommt in den Hänger. Die Idee war echt spitze, doch war Steffi
ein wenig zu lange. Kein Problem, solange man noch kleinwüchsige Erwachsene hat: Also wurde umgeladen, das Fahrad von Marco zum Bahnhof gebracht und Brigitte in den Hänger verfrachtet.

Kurz nach Rech meinte ihre kleine Tochter nur: Mama, ist das dir nicht peinlich!
Egal, Einzelschicksale zählen nicht und nur das Kollektiv zählt.


So erreichten wir dochnoch mit allen Teilnehmern unser Ziel: Den Spielplatz in Ahrweiler.
Bei spitzenmässigen Wetter blieben wir noch länger und nahmen den zug um 17:25 nach Ahrbrück.